Wandern – Tipps für Anfänger

Wandern – so startest du als Anfänger

Die Sonne lacht, der Himmel ist blau, dich zieht es an die frische Luft. Für viele heißt es im Sommer Wanderschuhe an und raus in die Natur. Auch ich liebe es, rauszukommen aus der Stadt und die Aussicht zu genießen. Wandern ist für mich ein fixer Bestandteil meiner Freizeit. Es ist Balsam für die Seele, aber stählt auch den Körper. Ich komme zur Ruhe, atme reine Luft fernab vom Straßenverkehr ein, genieße die Stille und die, im Vergleich zur heißen Stadt, kühle Luft.

Auch wenn du im Flachland lebst, du warst im Laufe deines Lebens sicher mindestens einmal länger in der Natur unterwegs. Wandern definiert sich nämlich über eine Dauer von mehr als einer Stunde mit vorangegangener Planung und Nutzung spezifischer Infrastruktur sowie angepasster Ausrüstung. (Quelle: Deutscher Wanderverband)
Heute möchte ich mich allerdings speziell dem Bergwandern widmen, bei dem man mit teils atemberaubenden Ausblicken belohnt wird.

Wandern ist ein sanfter Sport, dennoch bringst du deinen Kreislauf erheblich auf Trab. Du bist wesentlich länger unterwegs, als bei einem Lauf oder bei einem Training im Fitnessstudio und verbrennst somit unterm Strich mehr Energie. Deine Beine werden anständig gefordert beim Wechsel von bergauf und bergab Gehen.
Besonders hervorheben möchte ich allerdings, dass du deine Koordination durch den ständig wechselnden Untergrund schulst: Mal trittst du auf Steine, mal auf weichen Alm- oder Waldboden, mal musst du über Wurzeln klettern, mal von Stein zu Stein hüpfen. Trägst du einen Rucksack, trainierst du auch deinen Oberkörper intensiv mit.
Bei all diesen positiven Trainingseffekten ist Wandern noch dazu sehr schonend für deine Gelenke. Du kannst auch als Nichtsportlerin gleich loslegen. Damit du Wandern als so bereichernd empfinden kannst, wie ich es tue, möchte ich dir ein paar Tipps mit auf den Weg geben.

Tipp 1:
Die richtige Ausrüstung

Du brauchst recht wenig, um Wandern zu können. Die Basics reichen völlig aus:

  • Wanderschuhe, bzw. Traillaufschuhe,
  • Wandersocken,
  • Rucksack.

Wenn du nicht gerade ins hochalpine Gelände steigen möchtest, wovon ich dir bei deinen ersten Wanderungen sowieso dringend abrate, reichen in der Regel Traillaufschuhe aus. Sie haben ein griffiges Profil und bieten dir auch auf steilem Gelände sehr guten Halt.

Wandersocken sind speziell für das Zurücklegen längerer Distanzen ausgelegt. Sie halten die Füße schön trocken und beugen Blasen vor. Zusätzlich kannst du die Füße vor dem Wandern mit Hirschtalgcreme pflegen. Das macht die Haut schön geschmeidig und schützt vor Reibung.

Achte beim Rucksack darauf, dass er gut sitzt und zumindest einen Hüftgürtel hat. Je besser der Rucksack passt, desto weniger spürst du ihn am Rücken. Um Stauhitze am Rücken zu vermeiden, haben gute Wanderrucksäcke ein Netz, das die Luft besser zirkulieren lässt.

Generell solltest du bei diesen drei Ausrüstungsgegenständen nicht sparen.

Deine restliche Kleidung sollte vorzugsweise aus Funktionsfaser oder Merinowolle sein. Du kannst fürs Wandern gerne deine Laufsachen tragen. Dein Shirt sollte unbedingt die Schultern so weit bedecken, dass deine Rucksackriemen keinen direkten Hautkontakt haben. Sonst scheuerst du dir die Haut auf und das tut richtig weh.
Ich persönlich mag Shirts aus Merinowolle am liebsten. Sie wärmen bei kühlen Temperaturen und kühlen bei Hitze. Vor allem aber leitet Merinowolle Schweiß von der Haut weg und neutralisiert Gerüche.

Tipp 2:
Kleidung nach dem Zwiebelprinzip

Unten im Tal sind die Temperaturen wesentlich höher als oben in der Höhe. Jenseits der Baumgrenze weht auch immer ein frischer Wind.
Damit du für jede Witterung gerüstet bist, kleide dich nach dem Zwiebelprinzip.

Nimm dir zur Sicherheit für oben eine dünne Windjacke mit. Eventuell könntest du auch eine Zip-off-Hose anziehen. Bei der lassen sich die Hosenbeine abzippen und du hast gleichzeitig eine kurze und eine lange Hose.

Ein Halstuch, bzw. Schlauchschal schützen dich vor Wind und lassen sich zur Not auch zur Kopfbedeckung umfunktionieren.

Tipp 3:
Sonnenschutz

Schmiere dich vor dem Abmarsch mit einem hohen Lichtschutzfaktor ein. In der Höhe unterschätzt man gern die Intensität der Sonne. Nimm dir auch eine kleine Tube Sonnencreme zum Nachcremen mit.

Besonders empfindlich sind Schultern, Nacken, Dekolleté und Gesicht – denk auch an deine Ohren.

Auf sonnigen Almen brauchst du auch eine Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille.

Tipp 4:
Passende Route & Tour

Überlege dir vor dem Start, wo du genau hinmöchtest. Sehr oft führen mehrere Wege ans Ziel. Wähle einen, den du dir zutraust.
Auf deinen ersten Wanderungen ist es besser, dass du dich bewusst unterforderst und leichte Wege wählst. Steiler, technischer und länger kann es immer noch werden.

Zur Navigation im Gelände reicht meistens ein Smartphone. Es gibt eigene Wanderapps, die auf den Karten auch Höhenlinien und kleine Wege eingezeichnet haben. Vorzugsweise lädtst du dir die Karte vor dem Start herunter. In der Höhe wirst du meistens keinen Internetempfang haben.
Du kannst natürlich auch zu Hause am PC eine Route aussuchen und einen Kartenausschnitt ausdrucken, oder eine klassische Wanderkarte verwenden.

Der gute alte Wanderführer hat den Vorteil, dass Routen genau beschrieben sind und du viele Tipps dazu bekommst.

Tipp 5:
Wetter im Auge behalten

Im Gebirge kann sich das Wetter schnell ändern. Kontrolliere vor dem Start die Wettervorhersage für die Berge. Behalte aber auch immer den Himmel im Auge: Ziehen dunkle Gewitterwolken auf, trete lieber den Rückweg an.
Erwischt dich doch unterwegs ein Regenschauer oder Unwetter, such dir einen Unterstand und warte ab, bis es nachlässt. Bei Gewitter bietet dir der Wald besseren Schutz als ein einzelner Baum oder eine Ebene.

Tipp 6:
Getränke und Jause

Es gibt auf beliebten Wanderrouten etliche bewirtschaftete Hütten, an denen du Rast machen kannst. Erkundige dich vorher, welche Hütten geöffnet haben.

Nimm dir bitte trotzdem eine Wasserflasche und eine Notration, z.B. einen Müsliriegel mit.

Anna
Anna

Anna Urbas ist Personal Trainerin und Trainerin für ganzheitliche Gesundheit. Sie verbindet in ihren Trainings Körper und Geist. Mit Meditation und Achtsamkeit, natürlicher Bewegung und intuitiver Ernährung hilft sie in ihrer Praxis Urvertrauen, Frauen dabei die beste Version ihrer selbst zu werden.

Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.