Kontrollierte Beweglichkeit als Lebenselixier

Kontrollierte Beweglichkeit

Wir bewegen uns multidimensional. Unser Körper ist dafür ausgelegt, sich in alle möglichen Winkel zu verbiegen – im Sinne der angeborenen Bewegungsfähigkeit der Gelenke.

Als Spezialistin für Mobility Training bzw. kontrollierte Beweglichkeit, helfe ich meinen KlientInnen ihre verlorengegangene Bewegungsfähigkeit wiederzuerlangen, die Gelenke schmerzfrei und gesund zu erhalten, besonders im Rücken, und ihre Beweglichkeit so zu verbessern, dass sie wortwörtlich alles tun können.

Kontrollierte, aktive Beweglichkeit ist die Basis für (Kraft-)Ausdauer, Schnelligkeit und Stärke.

Sie ermöglicht es dir schmerzfrei stundenlang im Büro zu sitzen, in der Früh voller Elan aus dem Bett zu hüpfen und jede Sportart auszuüben, auf die du Lust hast. Sie lässt dich gerne Dinge vom Boden aufheben, unabhängig davon wie schwer sie sind und sie hilft dir stundenlang mit deinen Kindern mitzutoben. Klingt richtig wichtig, oder? (Anm.: Eine ausführliche Definition, was Mobility, bzw. Aktive Beweglichkeit genau ist, die Vorteile des Trainings und vieles mehr zum Thema habe ich dir bereits hier zusammengefasst.)

Beweglichkeit ist Leben

Unsere Gesundheit hängt direkt davon ab, wie, wieviel und wie oft wir uns bewegen. In Bewegung werden unsere Zellen intensiv mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und gut durchgespült. Gelenksknorpel jedoch sind nicht durchblutet und müssen deshalb durch das umliegende Gewebe des Gelenks mit Sauerstoff und Nahrung versorgt werden. Das funktioniert nur, wenn du das Gelenk bewegst.

Mobility Training aktiviert die Bildung von Gelenksflüssigkeit, die den Knorpel geschmeidig hält, aber auch – ganz wichtig – Calcium Ablagerungen und Abfallprodukte des Zellstoffwechsels abtransportiert.

Je öfter und vielfältiger du deine Gelenke durchbewegst, desto effizienter funktioniert dieser Kreislauf.

Variation ist der Schlüssel

Unser Alltag wird von den immer selben Bewegungsmustern dominiert, so auch der sportliche Alltag. Bewegst du dich in den immer gleichen Mustern, passt sich zuerst deine Muskulatur daran an. Die Muskeln ziehen nach und nach, schleichend, deine Sehnen, Bänder und in letzter Konsequenz deine Gelenke in eine Position. Eine unterschiedliche Gelenksstellung kannst du irgendwann nicht mehr einnehmen. Dramatisch wird es, wenn sich durch einseitige Belastungen eine Fehlstellung im Gelenk entwickelt.

Beispiel:
Du bist Büroangestellte und verbringst deinen Arbeitsalltag sitzend vor dem PC. Du fährst mit dem Auto zur Arbeit, nach Hause und auch zum Einkaufen. In deiner Freizeit liest du gerne und gehst Laufen.

Bei diesem Beispiel benutzt du die Muskulatur deiner Beinrückseite kaum. Du nimmst sogar noch das bisschen an verbliebener Restspannung aus deiner Kehrseite und verklebst mit dem vielen Sitzen das Bindegewebe (Faszien) am Gesäß.

Die verklebten Faszien ziehen in weiterer Folge an den damit direkt verbundenen Faszien deines unteren Rückens. Du bekommst leichte Rückenschmerzen und kannst in der Früh nicht mehr ganz so geschmeidig aus dem Bett aufstehen.

Beim Sitzen passiert aber noch etwas mit deiner Beinmuskulatur und zwar mit deinen Hüftbeugern an der Oberschenkelvorderseite. Die stehen hier unter Dauerspannung.

Um den Stress im Büro abzubauen, gehst du drei Mal pro Woche Laufen. Mittlerweile will sich die Entspannung beim Laufen aber nicht mehr so richtig einstellen.

Deine Knie schmerzen ab der Hälfte der Strecke. Da deine Oberschenkelrückseite und deine Gesäßmuskulatur im Alltag so unterfordert sind, sind sie beim Laufen sehr schnell erschöpft. Sie können bei der sicheren Führung deiner Beine nicht mehr mithelfen. Du spürst deshalb einen stechenden Schmerz an der Außenseite deines Knies.

Zusätzlich sind deine Hüftbeuger so verkrampft vom vielen Sitzen, dass sie dein Becken nach vorne ziehen. Du kannst deine Beine beim Schritt nicht mehr vollständig nach hinten strecken. Als Folge kannst du beim nächsten Schritt das Knie nicht so weit nach vorne oben heben. Dein Schritt wird immer kürzer und anstrengender. Du hast das Gefühl nicht mehr vom Fleck zu kommen.

Um den Fuß ausreichend vor dir aufzusetzen, kreist du unbewusst mit deinem Unterschenkel nach außen. Dabei kippt dein Kniegelenk nach innen und schmerzt mit der Zeit auch an der Innenseite.

Wie bereits erwähnt, ist dein Becken gekippt, deshalb bist du leicht im Hohlkreuz und speziell nach dem Laufen fühlt sich dein unterer Rücken steif, verspannt und schmerzhaft verkrampft an.

Fazit

Es muss natürlich nicht so extrem schlecht laufen, wie in diesem Beispiel, aber ich möchte dir damit verdeutlichen, was alles passieren könnte.

Dr. Spina, eine Koryphäe auf dem Gebiet des Mobility Trainings sagt es ganz deutlich:

“Du wirst es immer bereuen, nicht die eine Bewegung in dein Training integriert zu haben, bei der du dich verletzt hast.”

Damit es nie so weit kommt, dass du Schmerzen bekommst und dich steif und unbeweglich fühlst, achte bitte immer darauf, möglichst viele Ausgleichsbewegungen in deinen Alltag und in dein Training zu integrieren. Sitzt du viel, dehne deine Oberschenkelvorderseite mit kontrollierten Bewegungen auf und kräftige deine Kehrseite. Spielst du passioniert Tennis, dehne deine Brustmuskulatur und kräftige die Schulterstabilisatoren.

Im nächsten Artikel werde ich dir als Beispiel ein Mobility Training für die Beinachse (speziell für Läuferinnen) vorstellen.

 

Anna
Anna

Anna Urbas ist Personal Trainerin und Trainerin für ganzheitliche Gesundheit. Sie verbindet in ihren Trainings Körper und Geist. Mit Meditation und Achtsamkeit, natürlicher Bewegung und intuitiver Ernährung hilft sie in ihrer Praxis Urvertrauen, Frauen dabei die beste Version ihrer selbst zu werden.

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